Cloud und KI transformieren Video-Produktion

Bei Industrie-Unternehmen besteht ein zunehmender Bedarf an Videos. Und zwar nicht nur, um Prozesse zu optimieren. Für die Skalierung von Videos sind klassische Filmproduktionen aber oft nicht die richtige Lösung. Wie Unternehmen die gesamte Videoproduktion und -distribution automatisieren können, zeigt das Berliner Unternehmen Native Studios mit einer Cloud-basierten Technologie für User Generated Video.

Die Bedeutung von Videos ist insbesondere für Unternehmen unumstritten, sei es für die Ersteinrichtung von Maschinen und Anlagen oder für den kontinuierlichen Austausch zwischen Hersteller und Produktionsanlage. Das altbekannte Handbuch hat ausgedient, heute wird der Support mittels Videos vom Kunden nicht nur erwartet, sondern auch vom Key Account Management gewünscht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Bewegtbild Sachverhalte schneller und effektiver vermittelt als Text und Bild allein.

Hierbei stellt sich die Frage, wer eben diese Videos erstellt. Die Tatsache, dass es um die Vermittlung von Fachwissen geht, erfordert die Mitarbeit des geschulten Personals aus Produktentwicklung und Vertrieb. Warum also nicht den Mitarbeiter selbst das Video machen lassen? Mit dem User Generated Video von Native Studios ist diese Option gar nicht so abwegig. Denn anders als herkömmliche Schnittprogramme und -Apps setzt das Unternehmen bereits bei der Erstellung des Videos an. Hier steht traditionell die größte Hürde, da die meisten Menschen keine Erfahrung im Dreh von Videos haben.

Einfacher Aufnahmeprozess

Die Video-App Creace kann hier die erforderliche Unterstützung liefern, um in einer begrenzten Zeit die wichtigen Informationen unterzubringen. In der App findet der User eine Auswahl von Videotemplates, die in der Cloud gehostet sind. Diese Templates steuern zunächst den Aufnahmeprozess, indem der User auf seinem Screen konkrete Anweisungen bekommt, was mit der Kamera aufgenommen werden soll. Die Anweisungen bestehen immer aus einer inhaltlichen Komponente und einer Zeitvorgabe. So kann sich der User vollkommen auf seinen Text konzentrieren, während alles andere vorgegeben ist.

Ist der User am Ende des Templates angelangt, muss er lediglich einen Button drücken, ab dann geht alles vollautomatisch: Die Usertakes werden in die Cloud hochgeladen, wo ein Dataservice erkennt, welches Template genutzt wurde und das Video auf dieser Basis unter anderen mit Schnittmontagen, Colorgrading, Soundcomposing, Intro, Breaks und Outro bearbeitet wird. Alles wie am echten Schnittplatz, nur eben automatisch. So entsteht in wenigen Minuten ein fertiges Video, das in die App zurückgespielt wird und dort zum Sharing zur Verfügung steht.

Das alles wird von Native Studios im Vornherein gemeinsam mit den Kunden festgelegt. Sie entwickeln dann die Templatestruktur und entscheiden, wie viele Takes benötigt werden und wie lang diese jeweils sind. Mit dem CI-Input des Kunden wird dann die individuelle grafische Verpackung des Videos entwickelt. Das gleiche gilt für das Sharing, denn egal ob per E-Mail, Messenger oder API, auch hier wird gemeinsam mit dem Kunden festgelegt, wo das Video landet und ob ein manueller Freigabeprozess notwendig ist.

Instant Video dank Cloud

Um diesen Grad der Automatisierung erreichen zu können, hat Native Studios eine Infrastruktur in der Microsoft Azure Cloud geschaffen, die schnelle und skalierbare Rendering-Prozesse erlaubt. Aufgrund dieser Rechenpower kann ein Uservideo mit 90 Sekunden Länge in weniger als einer Minute fertigstellt werden. So wird Instant Video möglich.

Auf Basis der geschaffenen Infrastruktur in der Azure Cloud werden nach und nach weitere Features wie beispielsweise der Video Indexer integriert. Die KI kann Videos stark aufwerten. Entlang der Bedürfnisse der Kunden werden die erforderlichen Funktionen identifiziert und in den Workflow integriert. So wird mithilfe der Automatic Speech Recognition (ASR) in kurzer Zeit, aus dem gesprochenen Text im Video, ein Transkript erstellt. Dieses Transkript erlaubt es, automatisch Untertitel in die Uservideos zu integrieren und diese in mehreren Sprachen auszugeben. Das ist insbesondere für global agierende Unternehmen beim Aufbau ihres Videoinventars hilfreich und es erweitert den Personenkreis derer, die Videos erstellen.

Machine Learning optimiert Service

Um optimale Ergebnisse mit dem Video Indexer zu erhalten, setzt Native Studios außerdem auf die Microsoft-Dienste für Machine Learning. So werden mit dem Cognitive Toolkit eigene Sprachmodelle für Unternehmen oder ganze Branchen trainiert, wie beispielsweise Maschinenbau, Tourismus oder Immobilien.

Ein weiteres Projekt sind Videohosting und Videodistribution – intern und extern. Dafür arbeitet Native Studios mit dem Team von Microsoft Stream zusammen. Bis Jahresende soll mit der API von Native Studios das direkte Teilen von in der App erstellten Videos im unternehmenseigenen Kanal bei Microsoft Stream möglich werden. Mit dieser Integration können Unternehmen zukünftig einen nahtlosen Workflow von der Videoerstellung über das Video Content Management bis zum Publishing aus einer Hand bekommen. Möglich wird diese tiefe Integration der diversen Azure-Komponenten durch die Services von Microsoft sowie durch die Tatsache, dass Native Studios auf der einmal angelegten Architektur aufbaut.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der Video-Service wird aktuell für verschiedene Anwendungsbereiche in Unternehmen eingesetzt, wie Tutorials, E-Learning, Recruiting oder Employer Branding. Unternehmen profitieren von einer flexiblen Infrastruktur, die auf individuelle Bedürfnisse adaptierbar und skalierbar ist, bis hin zur Installation aller Services auf einer eigenen Azure-Instanz beim Kunden. Damit haben Unternehmen viele neue Möglichkeiten für ihre Video-Gestaltung.

Native Studios ist Partner des INDUSTRY.forward Summit 2019.