Dirk Wischnewski (Aumago): Wir betreiben Marketing ohne Streuverlust

Werbung nach dem Gießkannenprinzip schöpft das Potenzial von Online-Marketing nicht im Geringsten aus. Wie sich Kunden gezielter ansprechen lassen, erklärt Dirk Wischnewski, Gründer und Geschäftsführer von Aumago, im Interview.

publish-industry: Mit Aumago haben Sie ein B2B-Zielgruppen-Netzwerk geschaffen. Was kann man sich darunter vorstellen?
Dirk Wischnewski: Wir arbeiten mit Fachverlagen und Messen in Deutschland zusammen, die uns erlauben, die Besucher ihrer Webseiten mit einem Cookie zu markieren. Wir stellen dadurch fest, welche Fachportale ein Nutzer besucht und welche Artikel er dort liest; erfassen also für welche Themen er sich interessiert. Anhand der Cookie-Informationen können wir den Nutzer dann an anderen Stellen im Internet gezielt mit branchenspezifischen Marketingmaßnahmen erreichen.

publish-industry: Möchte ein Unternehmen also beispielsweise nur Elektrotechniker erreichen, dann können Sie das gewährleisten?
Dirk Wischnewski: Genau. An uns treten Mittelstandsunternehmen heran, die zum Beispiel Maschinenbauer aus einer bestimmten Branche ansprechen möchten. Wir sorgen dann dafür, dass diese Personen im Internet gezielt die Werbung der Firmen zu sehen bekommen. Das ist Marketing ohne Streuverlust.

publish-industry: Mit welchen Maßnahmen sprechen Sie diese an?
Dirk Wischnewski: Zum einen sind das klassische Zielgruppenkampagnen. Wir erreichen die Nutzer mit Display-Werbung auf den Seiten, auf denen sie sich bewegen. Das kann auch auf Spiegel.de oder Sport.de sein. Außerdem bieten wir Text-Bild-Anzeigen an. Das machen wir vornehmlich auf Tageszeitungs- und Business-Webseiten. Die Anzeigen verlinken entweder direkt auf die Internetpräsenz des werbenden Unternehmens oder auf ein redaktionelles Advertorial, also auf als Anzeige gekennzeichnetes Content Marketing im Look der Tageszeitungs-Website. Oft sind B2B-Produkte sehr erklärungsbedürftig. Das kann man mit dieser Werbeform gut umsetzen. Diese Anzeigen werden ebenfalls nur der festgelegten Zielgruppe ausgespielt. Es kommt also auch bei ihnen zu keinem Streuverlust.

Eine andere Möglichkeit ist das sogenannte Retargeting. Das bedeutet, wir zeigen Besuchern einer Unternehmenswebseite gezielt an anderen Stellen im Netz Werbung dieses Unternehmens an. Dadurch rufen wir die Firma wieder ins Gedächtnis und führen die Nutzer erneut auf den Internetauftritt des Unternehmens zurück. Alle diese Formen nutzen wir außerdem zum Employer-Branding. Viele unserer Kunden suchen Ingenieure und mit unseren Maßnahmen erreichen wir diese überall im Netz. Das gilt übrigens nicht nur für die DACH-Region, sondern weltweit.

publish-industry: Vor welchen Schwierigkeiten stehen Unternehmen denn beim Online-Marketing?
Dirk Wischnewski: Viele Firmen sind noch sehr printlastig unterwegs. Meist betreiben sie zusätzlich erste Versuche mit Suchmaschinen- (SEA) oder Display-Advertising über Google. Diese Schritte sind meist aber noch sehr vorsichtig. Viele Unternehmen wissen über SEA hinaus gar nicht, wie sie ihre Zielgruppen online erreichen können. Deswegen ist es wichtig, mit einem Unternehmen wie dem unseren zusammenzuarbeiten, um diese Targeting-Informationen zu bekommen. Wir beraten die Unternehmen ziemlich umfassend darin, was die richtigen Online-Marketingmaßnahmen für sie sind. Zum Teil sind das unsere Produkte, aber natürlich passen nicht alle unserer Produkte für jedes Unternehmen. Auch das besprechen wir mit den Firmen.

publish-industry: Wie wichtig ist ein regelmäßiges Reporting bei Marketingmaßnahmen?
Dirk Wischnewski: Immens wichtig. Das kann und sollte der Kunde auch fordern. Einer der großen Vorteile des Online-Marketings ist, dass man laufende Kampagnen auch anpassen kann, wenn das Ergebnis nicht wie gewünscht ausfällt. Dafür benötigt man aber einen kompetenten Ansprechpartner, der Möglichkeiten aufzeigt und mit einem diskutiert, wie man die Kampagne aufsetzt und optimiert.

publish-industry: Mit welchen Maßnahmen bewerben Sie Aumago selbst?
Dirk Wischnewski: Wir nutzen natürlich ebenfalls unsere eigenen Maßnahmen. Wir machen viel Display-Advertising und setzen auf Retargeting. Aber auch Werbung in den sozialen Netzwerken halten wir für wichtig. Dort sind wir vor allem bei Facebook und LinkedIn präsent.

publish-industry: Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU hat bei vielen Unternehmen für Unsicherheit und Aufregung gesorgt; gerade im Marketing. Sind die von Ihnen angebotenen Werbeformen mit der DSGVO konform?

Auf jeden Fall. Die Daten, die wir von den Fachverlagen erhalten, sind pseudonyme und keine personenbezogene Daten. Wir speichern auch keine IP-Adressen. Für unsere Kunden ist das also vollkommen unkritisch. Die Datenschutzgrundverordnung stellt uns vor keine Probleme.